In den verschiedenen Wing Chun Organisationen ist die Reihenfolge, die Anzahl und das Ziel des Formentrainings oftmals sehr unterschiedlich. In manchen Wing Chun Familien wurden Formen sogar hinzugefügt, in anderen wiederum werden einige gar nicht unterrichtet.

Im Laufe der Entwicklungsgeschichte des Wing Tschun haben unterschiedliches Verständnis und verschiedene Interpretationen der Techniken und Prinzipien dazu geführt, dass viele Lehrer immer wieder Weiterentwicklungen und Neuerungen eingeführt haben. Auch heute noch werden Änderungen in Formen und Ausführung entwickelt, was mit der Lebendigkeit der Kampfkunst erklärbar ist. Fachleute und Insider können an Bewegungen und Details der Ausführung erkennen, bei wem der Schüler gelernt hat.

Jetzt ist das Jahr 2002 da und nun geht es los mit den neuen Jahresvorsätzen. Da müssen diese Versprechungen natürlich größer und besser sein als 2001.

Typische Vorsätze und Pläne, die zu Jahresanfang überlegt und angegangen, zum guten Schluss aber doch immer wieder abgebrochen werden, sind hinlänglich bekannt:

  • Aufhören mit dem Rauchen oder Trinken
  • Abnehmen
  • Regelmäßiger zum Training gehen
  • Mehr Erfolg in deiner Kampkunst
  • Einfach netter zum Partner oder zu Familie und Freunden zu sein
  • Mehr Erfolg im Geschäfts- oder Arbeitsleben

Riesengroß sind oft die Leistungen, die man vollbringen möchte. Mühsam rafft man sich auf, schafft es häufig sogar eine kurze Zeit durch zu halten und bricht dann die tollsten Vorhaben entnervt und entkräftet ab.

Schon kurze Zeit später meldet sich das schlechte Gewissen wieder. Alles wird auf nächstes Jahr verschoben. Wieder einmal wurde nur ein Lip-Service (leere Versprechung) vollbracht. Denn achtzig bis neunzig Prozent aller guten Vorsätze werden nicht eingehalten.

Warum verhält es sich so, dass wir uns immer wieder selbst enttäuschen? Was können wir tun?

Die Antwort fällt nicht so leicht und die Begründung liegt ebenso in unserer Psyche wie in der Größenordnung der gefassten Vorsätze selbst.D

  • Wir dürfen uns nicht irgendwelche Ziele setzen, nur weil ein oberflächlicher Grund (z. B. neues Jahr) vorhanden ist. Wir müssen uns voll und ganz mit unserem Vorsatz identifizieren und uns fest vornehmen, wann wir unser Vorhaben umsetzen werden. (Im Urlaub, im Sommer oder zu einem geeigneten Zeitpunkt an dem wir genügend Ruhe, Energie und Lust haben). So wird unser Wollen auch in das Unterbewusstsein eingepflanzt. Nur wenn wir unsere Vorhaben auch im Unterbewusstsein wirklich erreichen wollen, so werden diese Versprechungen und Ziele auch Wirklichkeit.
  • Das heißt (wie bereits erwähnt) man muss lernen, im Leben die richtige Entscheidung im richtigen Augenblick zu treffen.
  • Fasse dein Leben zusammen. Überlege deine Probleme, Wünsche und Vorsätze. Du musst daran riechen und sie kauen. Klatsch sie gegen die Wand und vergiss nie: „Ein wenig Überlegung kann mich vor Unheil bewahren, das kleinste bisschen Unüberlegtheit kann mein ganzes Leben zerstören.“
  • Das heißt, mit einfachen Worten ausgedrückt: Zuerst das Gehirn einschalten, bevor man den Mund aufmacht. Denn: Treffen wir auch mal eine falsche Entscheidung, so wissen wir doch wenigstens, dass wir vorher überlegt haben.
  • Wenn man für das neue Jahr Vorsätze oder Pläne hat, dann sollte man Schritt für Schritt mit vorwärtsgerichtetem Willen und Energie darangehen. Und nach einem gewissen Zeitraum versehen mit Geduld, Motivation und Ausdauer sieht man das Ziel.
  • Sei wie ein Baby das zuerst krabbeln muss, dann aufsteht und laufen lernt, um dann richtig rennen zu können und das mit Ausdauer. Nach einer gewissen Zeit ist dein Ziel erreicht. Damit ist gesagt: Der Weg ist wichtiger als das Ziel.
  • Sei nicht wie 90% der Menschheit. Immer, wenn sie gerade mit etwas fast fertig geworden sind, werden sie schwach, wollen aufhören und verderben sich somit viel. Vergiss nicht! Egal was du dir wünschst für das Jahr 2002 oder für dein zukünftiges Leben „Der Erfolg ist gerade um die Ecke“ und deshalb sollte man niemals aufgeben und sich nichts verderben.
  • Die Denkweise des WingTschun Rifo Systems lehrt uns, sowohl in unserem ChiSau (Klebende Arme), als auch für unsere Verhaltensweise im täglichen Leben: Man soll im Fühlen wie im Denken stets einen fragenden, geistigen Vorwärtsdruck haben. Das bedeutet im übertragenen Sinne für diese Lebenssituation feinfühlig und vorwärtsorientiert an den täglichen Problemen zu arbeiten und weiter dem Ziel entgegen zu gehen.

Jedem von euch Kampfkünstlern wünsche ich für eure Zukunftspläne alles Gute und viel Erfolg für das Jahr 2002

Meister Sifu Jimmy Jemirifo