Dabei vergessen die Menschen in der Kampfsituation, wie auch im täglichen Leben die Tatsache, dass derjenige, der gerade die Möglichkeit hat zu treffen, sehr oft in einer Position ist, in welcher er auch selbst getroffen werden kann.
In vielen Situationen vergessen wir diese wechselseitige Abhängigkeit:
Wer schlagen kann, kann auch geschlagen werden.
Wer trickreich vorgehen kann, kann auch hereingelegt werden.
Wer brutal vorgeht, kann selbst vernichtet werden.
Aber wer nett ist, kann auch geliebt werden.
Die Menschen verstehen leider nicht, dass sie durch ihr Nichtgönnen und ihren Neid mehr verlieren als gewinnen, weil sie sich in einem ständigen Teufelskreis bewegen. Sie verstehen einfach nicht, dass sie, während sie anderen Leuten auf den Teller schauen selbst in der Gefahr schweben, um ihren Besitz erleichtert zu werden, weil ihnen ihr Gegenüber sich schon auf dem Sprung befindet, ihnen die eigene Hähnchenkeule vom Teller zu mopsen.
Weil man nur damit beschäftigt ist, den Anderen am Fortkommen zu hindern, wird man nicht zum eigenen Erfolg kommen. Benutzt man aber die gleiche Zeit und Energie, um sich allein um den Erfolg in seinem eigenen Leben zu kümmern, so wird die Zufriedenheit jedes einzelnen Menschen wachsen, und er wird gar nicht mehr die Zeit haben, sich Missgunst und Neid hinzugeben.
Es ist wichtig zu verstehen, dass dieses niedere Trachten nach unten führt und zur persönlichen Zerstörung führt. Und dies nur aus persönlicher Unsicherheit und fehlendem Selbstbewusstsein. Das mangelnde Selbstbewusstsein wird folglich einfach durch Missgunst und Neid ersetzt.
Auch die oberflächlichen Schimpfkanonaden über die Fremden, die dem Bürger im eigenen Land den „Job“ wegnehmen, passen in das gleiche Bild.
Abgesehen von der bekannten Tatsache, dass jeder Mensch im Ausland ein Ausländer ist, erscheint es fraglich, ob jeder Bürger auch jeden Job im eigenen Land annehmen würde.
Bleibt zu guter Letzt die Frage über: Was kann man besser machen? Wie soll es sein?
Vereinfacht gesagt muss der Teufelskreis von fehlendem Selbstbewusstsein und Neid durchbrochen werden. Es geht darum zu erkennen, dass ohne die Zurücknahme des eigenen Ichs keine Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins erfolgen kann. Mit anderen Worten: Ein selbstbewusster Mensch muss nicht die verrücktesten Dinge tun, um etwas darzustellen. Noch genauer gesagt: Der Kampfkünstler, der seinem Trainingspartner Entfaltungsfreiheit gibt, indem er keine Geheimniskrämerei betreibt, wird sich dadurch verbessern, indem er seinem Partner den Fortschritt ermöglicht. Das Schwache wird am Starken wachsen. Das gemeinsame Wachstum ist also das Ziel. Wer stärkt, wird stark gemacht.
Die Gegenteile von Missgunst und Neid sind Geben und Dankbarkeit. Das eigentliche Erfolgserlebnis eines Trainers oder Lehrers ist es, seinen Schüler zum Erfolg zu führen oder seinen Fortschritt zu erkennen. Wer auf diese Weise gibt ohne zu viel zu erwarten, dem wird auch gegeben werden.
Vergiss nicht, dass Vieles, was Andere sind oder haben aus Äußerlichkeiten bestehen kann. Beneide niemanden um das, was er besitzt, sondern erkenne, wie hart er dafür gearbeitet hat.
Sei zufrieden mit dem, was dir gegeben ist. Schau nach innen und sei stolz auf das, was du bist. Verwende deine Energie auf deine Möglichkeiten.
Wing Tschun Rifo Organisation — Hart Weich Toleranz